Eberhorn Wortproduktion

 Wo Worte noch was wert sind...

 

 

Warum wir wollen was wir wollen...

Die Kurzfassung:

Deutschland kann besser. In Film und Buch und allem was dazwischen liegt. Leider fehlt es zu oft an dem besagten "gewissem Etwas". Deutschland braucht neue Ideen und weniger „wir machen einfach nach, was die anderen machen, nur schlechter, aber dafür billiger.“ Ausnahmen mag es viele geben, aber die kennt leider keiner. Es fehlt dem Land im Ganzen in vielen Augen seit langer Zeit die ansprechende und anspruchsvolle Unterhaltung. Und genau deswegen werdet ihr uns lieben. Denn wir haben nicht nur die Ideen, sondern auch die passenden Worte, um diese zu verpacken.


Der Rest der Wahrheit:

„Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“ Wem der Spruch nicht bekannt vorkommt, der ist offensichtlich zu bedauern. Nur eben nicht von mir. Das Gefühl des Unglücks sollte uns aber allen bekannt sein. Es kommt über uns, wie der kalte Schatten einer sumerischen Gottheit über New York, oder sprechende Berg-Löwen in unserem Kühlschrank, viel, viel zu oft: wenn wir den Fernseher anschalten oder ins Kino gehen, ein Buch aufschlagen oder die Zeitung lesen, auf den Wellen des WeltWeiten Web surfen, oder Radio hören. Es ist eine Leere von unterbewusstem Ausmaß, wie ein kleines, leise blutendes Loch in unserem Herzen.

Es ist eine Frage, die nie gestellt wurde, deren Antwort wir alle kennen, doch deren Wahrheit wir uns verweigern wollen. Es ist die Frage, die uns keine Ruhe lässt. Es ist die Frage, die dich hergeführt hat. Du kennst die Frage, genau wie ich. Wo genau sind unsere Helden? Wo sind die Menschen, die so sind, wie wir gerne wären, die Menschen, die uns inspirieren besser zu sein, als wir nach Meinung unserer Grundschullehrer sein können?
Wo, in unserer schönen neuen Welt, ist unser Hasenbau, durch den wir auf der Fährte eines weißen Nagers fremde Galaxien erforschen und in Welten vordringen, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat? Und wenn wir schon dabei sind, wo zum Geier ist mein fliegendes Auto? Und mein Hover-Board?

Aber zurück zu unseren Helden. Oder unserem „Mangel an“. Denn ich sehe sie nicht, unsere Helden. Gut, vielleicht habe ich vor langer Zeit aufgegeben, nach meinen persönlichen Helden in der echten Welt zu suchen. Meine Helden waren Himmelsläufer und Geisterjäger. Und warum auch nicht, sind wir letztlich doch alle nur Menschen, nicht mehr, nicht weniger. Menschen, und demnach menschlich, mit all unseren Fehlern. Wirklich Perfekt waren nur John Travolta und Jamie Lee Curtis, vor langer Zeit, in einem weit, weit entfernten Aerobic-Studio. Die harte Realität: die Realität ist hart. Das Leben ist sch**** und dann bist du tot.

Und wieder komme ich vom Thema ab. Helden. Ein großer Begriff und inzwischen nicht mehr wirklich, was er mal war. In einer Zeit, in der kleine Kinder stolz ihre Faust gen Himmel strecken und geloben eines Tages Gangsta-Rapper zu werden, ist vieles anders. Und früher war vieles besser. Aber, wie auch damals in meiner Jugend, kommen und kamen die Helden aus unserer Vorstellung. Aus Büchern. Aus dem Fernsehen. Oder dem Kino. Oder inzwischen vielleicht von Youtube und Facebook und Twitter.

Das Problem an der Sache (und hier kommen wir endlich zum Punkt meiner Tiraden): Wir haben zu wenige. Zu wenige deutsche Helden. Im Film und im Fernsehen und in deutschen Büchern. Das meiste, was halbwegs von Qualität oder Kreativität oder einfach nur Intelligenz strotzt, ist Import-Ware, zu 75% aus dem Land der Träume, und anscheinend besser, als alles, was wir selber machen können. Denn alles was Deutschland wirklich zu können scheint, sind Nazi-Filme. Und vielleicht auch Stasi-Filme. Und hin und wieder eine einfühlsame Liebesgeschichte, die selbst Männer mit Rückenhaaren zum Weinen bringt.

Zusammengefasst und rücksichtslos verallgemeinert, können deutsche Kreativproduktionen in drei Kategorien eingeteilt werden. Gut, sagen wir vier Kategorien:
Nach Kategorie 1 fühlen wir uns dümmer als vorher.
Nach Kategorie 2 fühlen wir uns schlecht und/oder schuldig.
Kategorie 3 ist wie ein schlechter Dance-Floor Cover-Song, die geistlose, verdeutschte Imitation einer bereits produzierten Idee.
Und Kategorie 4 ist die, oftmals peinliche, Über- bzw. Umsetzung (sprich: Lokalisierung) bereits produzierter Inhalte, seit jeher die billigste Variante für die Unterhaltung der deutschen Massen.

Trotz der oftmals abwegig „kreativen“ Resultate der verwendeten Übersetzungsprogramme – auch hier war „früher“ besser – sind die übersetzten Filme und Serien und Bücher, ja selbst übersetzte Werbung, trotz der harten Arbeit, die in deutsche Produktionen gesteckt wird, leider oft besser, als die meisten ansässigen Produkte. Jedenfalls jene, die die deutsche Masse zu sehen bekommt.
Wann gab es den letzten wirklich erfolgreichen, aber auch coolen deutschen Film? Wann das letzte, wirklich erfolgreiche, witzig-kluge deutsche Buch? Wann die letzte, wirklich erfolgreiche, intelligente deutsche Serie?

Wieso können wir Deutschen nicht cool und witzig und intelligent sein? Die Spanier können es. Und die Engländer. Selbst die Franzosen. Aber Deutschland? Oh, natürlich, es gibt hier und da mal ein paar Ausnahmen, aber wen darf ich daran erinnern, dass der – zurecht – erfolgreichste deutsche Film der letzten zwei Jahrzehnte von Cowboys und Indianern mit bayerischem Dialekt handelt?

Es sollte inzwischen offensichtlich sein, dass wir uns mit meinem großen Plan –und meinem großen Lamento – unter Umständen nicht viele Freunde machen werden. Manche könnten sich sogar beleidigt fühlen. Versteht mich bitte nicht falsch. Wir wissen wie viel Arbeit auch in den kleinsten und leicht-verdaulichsten Produktionen steckt und wir respektieren euch und eure Arbeit.
Wir sind einfach nur der Meinung, dass wir alle es besser könnten – und besser machen sollten. Wenn jemand „Schuld“ hat, dann sind es die Massen, die so viel uninspirierte Unterhaltung wortlos hinnehmen. Vielleicht ist es auch tatsächlich, was sie wollen. Aber ich zweifle. Denn so bin ich.

Nenne es Schicksal, nenne es Glück, nenne es Karma. Ich denke, dass es meine Bestimmung ist, den Spaß zurück in die deutsche Unterhaltung zu bringen, aber Spaß mit Stil, Witz mit Niveau, Coolness mit Intelligenz. Ich will Menschen sehen, die mit einem wissenden Grinsen aus deutschen Filmen wandern, ein Grinsen, das Da Vincis Mona Lisa vor Neid erblassen lassen würde. Ich will Kids und Teenies und Erwachsene sehen, die T-Shirts mit deutschen Film- und Buchzitaten tragen ohne Wetten verloren zu haben. Ich will endlich wieder Deutsches erleben können und mich danach besser fühlen als vorher.

Mit „Ich“ meine ich natürlich uns. Als Firma. Aber vielleicht sind „wir“ ja inzwischen schon einer mehr. Denn wer tatsächlich all diese Zeilen bis hierhin ertragen hat, ist mein Bruder, ist meine Schwester und eines Tages werden auch wir unsere Ärmel aufrollen und voll Stolz werden wir sagen „Diese Narben erhielt ich am Tag, an dem wir den Spaß zurück nach Deutschland brachten.“

(das sind natürlich nur metaphorische „Narben“, aber ich hoffe ihr versteht was ich damit sagen wollte…)

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